Rechtschutzversicherung für Studenten: Sinnvoll oder teurer Luxus?

Angehende Akademiker müssen meistens mit ihrem Geld haushalten. Sie geben daher nur das Nötigste aus und sparen sich vermeintlichen Luxus wie etwa eine Rechtschutzversicherung für Studenten. Oft geht diese Rechnung auf und das Studium wird unbeschadet überstanden. Doch auch junge Leute sind nicht vor juristischen Auseinandersetzungen gefeit. Im Streitfall ist ein rechtlicher Beistand genau so wichtig wie für jeden anderen Bürger auch. Eine Rechtsschutzversicherung für Studenten übernimmt in diesem Fall die Kosten für den Anwalt und die gerichtliche Auseinandersetzung. Das Team von rechtsschutzversicherungtest.de klärt für Sie auf, wann sich diese Absicherung für Studenten bezahlt macht und welche Tarife für junge Leute besonders geeignet sind. Außerdem nennen wir Ihnen Alternativen, wie Sie als angehender Akademiker ebenfalls rechtlichen Beistand in Anspruch nehmen können.

Wieso kommt eine Rechtsschutzversicherung für Studenten in Frage?

Junge Studentin beim lernenIn manchen Fällen ist das Studium selbst der Grund für eine juristische Auseinandersetzung. So kann eine Rechtsschutzversicherung für Studenten dabei behilflich sein, sich bei einer Hochschule oder Universität, die noch Kapazitäten frei hat, einzuklagen oder später einer drohenden Exmatrikulation zu entgehen. Auch für einen Streit um die Anerkennung von Studienzeiten oder Abschlussarbeit ist der Student somit gewappnet. Allerdings müssen Streithähne hier aufpassen: Wer es häufiger vorsätzlich auf einen Auseinandersetzung anlegt, wird von seiner Rechtsschutzversicherung womöglich gekündigt.
In der Regel sind Studenten in der Regel anfälliger für Fehler als Menschen mit mehr Lebenserfahrung. Sie beginnen häufig einen neuen, ungewohnten Abschnitt und stehen erstmals auf eigenen Beinen. In der ersten WG oder der eigenen Wohnung können Konflikte mit dem Vermieter mit einer Rechtsschutzversicherung für Studenten aus dem Weg geräumt werden (siehe Mietrechtsschutz). Auch Probleme beim Nebenjob, etwa bei ausstehendem Gehalt, der Befreitung von Sozialabgaben oder einer ungerechtfertigten Kündigung, können auf diese Art und Weise geregelt werden (siehe Arbeitsrechtsschutz).
Im Normalfall überstehen junge Leute ihr Studium, ohne in eine dieser Fallen zu geraten. Eine Rechtsschutzversicherung für Studenten würde den schmalen Geldbeutel also nur zusätzlich belasten. Somit reicht es häufig aus, eine Rechtsschutzversicherung erst mit dem Eintritt ins Berufsleben abzuschließen. Doch manche Ereignisse kann niemand ausschließen. Ein kleiner Verkehrsunfall in der Freizeit, ein kurzer Zusammenstoß mit einem Radfahrer kann hunderte oder tausende Euro an Schmerzensgeld nach sich ziehen. Dann ist es für Studenten wichtig, dass sie genau wissen, wie sie abgesichert sind und eine Verkehrsrechtsschutz würde hier helfen.

Was sind die Alternativen zu einer Rechtsschutzversicherung für Studenten?

Nicht immer müssen junge Leute dabei für sich selbst sorgen. Bevor Sie eine Rechtsschutzersicherung abschließen, sollten Sie erst klären, ob Sie nicht bereits durch Familienrechtsschutzversicherung der eigenen Eltern mitversichert sind. Bei dieser greift der Rechtsschutz für den Nachwuchs auch während des Studiums in der Regel weiter. Ausgenommen sind oft Kinder, die mit Freund oder Freundin in eine gemeinsame Unterkunft ziehen und unter derselben Adresse wie ihr Partner gemeldet sind. Wer neben dem Studium eine selbstständige Tätigkeit aufnimmt, ist ebenfalls häufig nicht mehr über die Familie abgesichert.
Studenten, die knapp bei Kasse sind, können auch außerhalb einer Rechtsschutzversicherung Beistand für juristische Fragen oder Auseinandersetzungen erhalten. Der Anspruch auf Beratungs- oder Prozesshilfe richtet sich jedoch nicht nach dem Studentenstatus, sondern nach den individuellen Einkommen des angehenden Akademikers. Wer weniger als 790 Euro netto verdient – was auf den Großteil der Studenten zutrifft – kann gegen eine Selbstbeteiligung von 10 Euro Beratungshilfe beantragen. Der Anwalt übernimmt zusätzlich zur Beratung des Mandanten auch dessen Vertretung und Schriftverkehr sowie außergerichtliche Verhandlungen. Sollte der Konflikt vor Gericht getragen werden, muss jedoch eine Prozesskostenhilfe beantragt werden. Diese wird in der Regel bewilligt, sofern das Anliegen des Antragstellers nicht wegen mangelnder Erfolgsaussichten zurückgewiesen wird.

Gibt es spezielle Rechtsschutz-Angebote nur für Studenten?

Eine Rechtsschutzversicherung speziell für Studenten wird relativ selten angeboten, da die Nachfrage vergleichsweise gering ausfällt. Außerdem können bei niedrigeren Beiträgen im Vergleich zum Regeltarif nicht komplett identische Leistungen erwartet werden. Doch diese sind oftmals auch gar nicht erforderlich: Wer etwa noch bei seinen Eltern wohnt, benötigt keinen Mietrechsschutz. Andere vermeintlich weniger wichtige Leistungen sind für junge Leute umso bedeutender: Denn oftmals absolviert ein Student ein Semester oder ein Praktikum im Ausland, so dass die Police auch für einen begrenzten Zeitraum außerhalb Deutschlands gelten sollte. Für die technikaffine Zielgruppe ist darüber hinaus Beistand für Vertragsfragen, etwa bei defekten Laptops oder Fernsehern, von Vorteil.
Mit im Tarif eingeschlossen sein sollten neben einem Verkehrsschutz in jedem Fall Streitfälle aus dem Verwaltungsrecht, durch die Probleme mit dem Bafög-Amt sowie der Universität geregelt werden können. Aber Vorsicht: Viele Rechtsschutzversicherer kommen mittlerweile nicht mehr für das Einklagen in einen Studienplatz auf – informieren Sie sich als Student vor dem Abschluss einer Rechtsschutzversicherung daher genau, ob diese Leistung explizit ausgeschlossen ist.

Was kostet eine Rechtsschutzversicherung für Studenten?

Monatlich müssen Studenten für ihre Rechtsschutzversicherung in Abhängigkeit vom Leistungsumfang 5 bis 10 Euro einkalkulieren. Von der Stiftung Warentest empfohlene Tarife speziell für Studenten stellt der Versicherer DAS bereit. Studenten sparen hierbei gegenüber Versicherten, die nicht immatrikuliert sind, deutlich. In dem Rechtsauskunft-Tarif für 5 Euro pro Monat sind ein Verkehrs-Schadenersatz-Beistand, Opfer- und Arbeitsrechtsschutz sowie telefonische Beratung enthalten. 6,80 Euro kostet das Paket (D.A.S Studenten-Rechtsschutz ohne Mietrechtsschutz) mit einem erweitertem persönlichen Rechtsbeistand. Der D.A.S. Studenten-Rechtsschutz mit einem zusätzlichen Miet-Rechtsschutz ist aktuell für 8,62 Euro zu haben.
Neben D.A.S. zeichnete die Zeitschrift Finanztest (01/2012) der Stiftung Warentest auch die HDI sowie die Alte Leipziger besonders aus. Andere Verbrauchermagazine wie etwa Ökotest (Januar 2014) kommen wiederum zu anderen Resultaten. Hier empfahlen sich die Degenia, Roland und die Rechtsschutz-Union. Den Rechtsschutzversicherung Test des Deutschen Instituts für Service Qualität aus dem Jahr 2014 entschied die Auxilia für sich.
Für Ihre indiividuelle Sitatuion als Student auf der Suche nach der passenden Rechtsschutzversicherung sind, nutzen Sie doch am besten schnell und einfach unseren Online-Tarifvergleich.

Was passiert mit der Rechtsschutzversicherung nach dem Studium?

Mädchen mit Justizia WaageMit der Exmatrikulation entfällt auch der Anspruch auf Leistungen aus der Rechtsschutzversicherung für Studenten. Schon vor dem Abschluss des Studiums sollte überprüft werden, welche Punkte aus der Police auch für den späteren beruflichen Werdegang benötigt werden. Sind überflüssige Leistungen enthalten oder muss der Schutz erweitert werden, sollte eine neue Rechtsschutzversicherung abgeschlossen werden. In diesem Fall besteht jedoch eine dreimonatige Wartezeit, ehe der neue Schutz greift. Bei einem nahtlosen Wechsel zwischen Studium und Beruf bleibt der Rechtsschutz hingegen unverändert bestehen.